WTZ e.V.

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Themenreihe „Biogas ganzheitlich gedacht“ - Teil II

Am 30. September 2022 veranstaltete der Verein zur Förderung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Rohstoffsektor e.V. (WTZ e.V.) den zweiten Workshop der Veranstaltungsreihe „Biogas ganzheitlich gedacht“. In der zweiten Veranstaltung der Themenreihe wurde die Optimierung der Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung sowie Chancen und Risiken von CCU-Technologie in der Biogas- und Biomethanproduktion erörtert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Hartmut Krause (TU Bergakademie Freiberg) als Vorstandsmitglied des WTZ e.V.

Zu Beginn eröffnete Toni Reinholz (Teamleiter Erneuerbare Gase und Bioenergie; Nachhaltige Mobilität und alternative Energieträger, Deutsche Energie-Agentur (dena)) die fachliche Diskussion mit einem Impulsvortrag zu nationalen und internationalen Entwicklungen in der Biogas- und Biomethanproduktion. Sowohl regulatorische Anreize als auch die aktuelle Gaskrise ließen den Bedarf nach Biomethan ansteigen. Der Ausbau der Biomethanerzeugung sei allerdings kein Selbstläufer, erklärt Toni Reinholz: Es seien weitere regulatorische Änderungen und eine Zubaurate von 50 Anlagen pro Jahr notwendig, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Darüber hinaus sei der Importmarkt mit vielen Unsicherheiten behaftet, da eine Rechtsauslegung der Anerkennung gegenwärtig noch ausstehe. Dadurch würden nur kurzfristige Verträge geschlossen, so Reinholz.

Daran anschließend erörterte Michael Beil (Stellv. Abteilungsleiter Erneuerbare Gase und Bioenergie, Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik) die Bereitstellung von CO2 aus Biogasaufbereitungsanlagen für die stoffliche Nutzung. Das CO2 aus Biogasaufbereitungsanalgen ermögliche eine kompetitive Versorgung des Bedarfs, da die Gestehungskosten aus diesen Anlagen vergleichsweise gering seien, so Beil. Mindestens zwei Dutzend Referenzprojekte in Europa unterstrichen den erfolgreichen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen unter Nutzung von CCU-Technologie. Das Biogaspotenzial in Deutschland sei ausreichend um den gesamten Marktbedarf an technischem CO2 für die nicht-energetische Nutzung zu decken. Abschließend erklärte Beil, dass die Vermeidung von CO2-Emissionen in Biogasaufbereitungsanlagen den positiven Nebeneffekt mit sich bringe, zu einer Steigerung des Marktwerts aber auch der gesellschaftlichen Akzeptanz von Biomethan beizutragen.

Abschließend präsentierte Prof. Dr. Walter Stinner vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) die Verbesserungspotenziale der Wertschöpfungs- und Verwertungsketten in der Biogas- und Biomethanproduktion. Dabei gab er Einblicke in ein Projekt zum technisch unterstützten Nährstoffmanagement im Verbund mit Biogasanlagen und Anbauregionen. In sogenannten Veredelungsregionen gebe es aufgrund intensivierter Viehhaltung einen lokalen Überschuss an Nährstoffen, so Stinner. In diesen Regionen sei eine Vielzahl an Biogasanlagen verortet. Ziel des Vorhabens ist, den Betrieb von Biogasanlagen in solchen Regionen zu optimieren. Das Projekt ist in sechs verschiedene Arbeitspakete unterteilt, welche in Kooperation mit Praxispartnern durchgeführt werden. Dies ermögliche gleichermaßen eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung sowie eine praxistaugliche Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse.

Die nächste Veranstaltung der Themenreihe wird voraussichtlich im Dezember 2022 stattfinden.

 

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