WTZ e.V.

Verein zur Förderung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Rohstoffsektor e.V.

 

Über uns

Biogas-Anlage
Biogas-Anlage

Themenreihe „Biogas ganzheitlich gedacht“ - Teil I

Am 07. Juli 2022 veranstaltete der Verein zur Förderung der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Rohstoffsektor e.V. (WTZ e.V.) den ersten Workshop der Veranstaltungsreihe „Biogas ganzheitlich gedacht“. Die Biogas- / Biomethanproduktion hat das Potenzial in kreislaufwirtschaftlicher Umsetzung ressourcenschonend umweltfreundliche und speicherbare Energie bereitzustellen. Die Veranstaltungsreihe soll betrachten, wie eine kreislaufwirtschaftliche Umsetzung aus wissenschaftlich-technischer Perspektive konkret aussehen kann. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Prof. Dr. Hartmut Krause, Vorstandsmitglied des WTZ e.V.

In der ersten Session „Biomassen und Reststoffe in der Biogasproduktion“ wurden in einem Impulsvortrag von Jaqueline Daniel-Gromke (Arbeitsgruppenleiterin Systemoptimierung Biogas, DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH) und in der anschließenden Diskussion die Perspektiven in der Biogasproduktion durch den Einsatz alternativer Rohstoffe vorgestellt. Dabei wurde erläutert, dass sich aktuelle Anreize für die Biogasproduktion aus den EU-Richtlinien für Erneuerbare Energien (RED I und II) ergäben. Für die Biogasproduktion müssten jedoch die Rahmenbedingungen stärker unterstützt werden. Mittels des „REPowerEU“-Plans der Europäischen Kommission solle auch mit Blick auf Biomethan ein beschleunigter Ausbau von Stromerzeugungskapazitäten erreicht werden.

Frau Daniel-Gromke stellte vor, dass es ein wesentlicher Vorteil von Biogas sei, dass in der Produktion jegliche Substrate verwendet werden könnten, solange der Holzanteil nicht zu hoch ist. Weitere Substrate neben Gülle und Mais mit viel Potenzial für die Biogasproduktion seien Stroh, Wirtschaftsdünger, Zwischenfrüchten wie bspw. Grünroggen oder Reststoffen wie Spreu, Rübenblätter und Wildpflanzengemenge.

Innerhalb der an den Vortrag anschließenden Diskussion kristallisierte sich heraus, dass bei allen Gärresten ein enormer Forschungsbedarf bestehe. Es sei zu erforschen, was man aus den Gärresten herausfiltern und weiter nutzen könne, um Stoffkreisläufe zu erweitern. Zudem herrsche derzeit ein Mangel an mineralischen Düngern, sodass sich ein Marktwert für Gülle und andere Stoffe entwickle. Außerdem müsse die Biodiversität mitgedacht werden, da es auch um die Konkurrenz von Flächen gehe. Außerdem wurde auf den Aspekt der Regionalität der Reststoffe hingewiesen: Da Reststoffe nur einen geringen Energiegehalt hätten, seien sie dadurch über weite Strecken nicht transportwürdig. Gleichermaßen lohne sich über weite Strecken aufgrund hoher Transportkosten auch nicht der Transport von Gülle.

Die zweite Session der Veranstaltung beschäftigte sich mit der Frage, wie Stoffkreisläufe entlang der Biogasproduktion gebildet werden können. Im Rahmen der Session hielt Rene Schieritz (Projektingenieur Forschung und Entwicklung, Veolia Klärschlammverwertung Deutschland GmbH) einen Impulsvortrag zu dem Thema „Gärreste für die Erdenherstellung“ mit Schwerpunkt zur Nutzung von Gärresten als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Komposterden im Gartenbau. Dabei stellte er fest, dass abgepresste Gärreste aus der Nassfermentation grundsätzlich besser geeignet seien. Er führte aus, dass Gärreste aus Trockenfermentation eher höhere Salzfrachten beinhalten würden und ein höherer Anteil tierischer Ausgangsstoffe i.d.R. zu hohen Phosphat-Gehalten führe. In Bezug auf die Gütekriterien des Substratkomposts seien diese von der verwendeten Kompostmenge abhängig.

Zusammenfassend wurde dargelegt, dass der Einsatz von Gärrestkomposten als Substratkomposten möglich sei, ein Substratkompost mit 100% Gärresten als Ausgangstoff dahingegen aber nahezu unmöglich. Je höher der Gärrestanteil in Kompostmischungen sei, desto höher wären i.d.R. die Chlorid- und Salzgehalte. Trockene Gärreste aus Nassfermentation seien am vielversprechendsten. Ein hoher Anteil tierischer Bestandteile im Gärgut könnte die Verwendung einschränken. Auch wenn Substratkompost-Anforderungen nicht erfüllt wären, sei die Verwendung als Bestandteil bspw. in Blumenerde nicht ausgeschlossen und eher hilfreich.

Die nächste Veranstaltung der Themenreihe wird voraussichtlich im September 2022 stattfinden.

Anschrift

Verein zur Förderung der wissenschaftlich-technischen
Zusammenarbeit im Rohstoffsektor e.V.
Akademiestraße 6, 09599 Freiberg

E-Mail

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!